Offene Pädagogik

Kinder brauchen Orte, an denen sie sich selbstbestimmt treffen können, wo ihre Handlungsmöglichkeiten nicht vorgegeben und festgelegt sind.

In unserem Kindergarten arbeiten wir nach dem Prinzip der „Offenen Pädagogik“. Das bedeutet, dass wir innerhalb der Bereiche keine weiteren Kleingruppenstrukturen aufbauen werden. Die so gewonnene Freiheit wirkt sich positiv auf die Entwicklungs- und Bildungsatmosphäre aus und ist für alle Beteiligten der bestmögliche Weg für Selbstbildungsprozesse.

Offene Pädagogik ermöglicht eine selbstständige Aneignung der Lebenswelt, stellt sozialräumliche Rückzugsmöglichkeiten und ein umfangreiches Unterstützungsrepertoire zur Verfügung.

Grundsätzliche Bedingung für nachhaltige Selbstbildungsprozesse ist die vertrauensvolle Beziehung und Bindung zu einer Bezugsperson. Die jeweilige Fachkraft begleitet bei uns das Kind vom Kindergarteneintritt bis zum Übergang in die Schule. Ihre Aufgabe ist es, den Entwicklungsverlauf des Kindes zu beobachten und zu erfassen, Entwicklungs-, Lern- und Förderziele festzulegen, sie im Team zu kommunizieren und sie zu dokumentieren. Die BezugspädagogIn steht im Austausch mit den Eltern, informiert sie und führt regelmäßige Entwicklungsgespräche. Die Kinder mit Behinderung haben eine Bezugsperson mit heilpädagogischer Qualifikation, die auch im regelmäßigen Austausch mit den TherapeutInnen steht und Berichte, sowie Förder- und Behandlungspläne erstellt.

Durch die freie Wahl der Angebote und Aktivitäten erfahren die Kinder Selbstwirksamkeit und Respekt. Die Kinder bestimmen über ihre Bedürfnisse wie Schlaf und Essen selbständig. Selbstbestimmung bedeutet weiterhin, dass die Kinder ihre Bezugspersonen und Spielpartner frei wählen dürfen. So entstehen verlässliche Beziehungen und vertrauensvolle Kontakte.

Offene Pädagogik in unserem Kindergarten bedeutet einen rücksichtsvollen und respektvollen Umgang miteinander. Durch verständliche und nachvollziehbare Regeln sowie klare Absprachen lernen die Kinder das strukturierte und geordnete Leben in einer Gemeinschaft. Diese Regeln bilden den Rahmen, in dem sich die Kinder frei und selbstbestimmt entfalten können.

Unsere pädagogischen Fachkräfte nehmen jedes Kind als selbständigen und selbstbestimmenden Menschen wahr. Wir pflegen einen respektvollen und wertschätzenden Umgang zu den Kindern. Die offene Pädagogik verschafft den ErzieherInnen die Möglichkeit, sich ebenfalls mit ihren individuellen Interessen und Stärken in die Kindergartengemeinschaft einzubringen und diese zu vertiefen, um so den Kindern ein reichhaltiges Angebot zu ermöglichen.

Regeln und Strukturen sind wichtig für eine funktionierende Gemeinschaft. Erste Erfahrungen mit Regeln und Grenzen in einer großen Gemeinschaft machen Kinder in einer Kindertageseinrichtung. Feste Regeln und klare Strukturen bieten den Kindern, ErzieherInnen und Eltern Sicherheit, damit sie sich in diesem festen Rahmen frei bewegen und entwickeln können. Besonders in der offenen Pädagogik, in der die Kinder viel mit- und selbstbestimmen, wird diese Notwendigkeit deutlich.

Für ein harmonisches Miteinander und einen rücksichtsvollen Umgang innerhalb der Kindergruppe sind Gewaltfreiheit und gegenseitiger Respekt unentbehrlich. Unsere Kinder werden in Konfliktsituationen dazu motiviert eine gemeinsame Lösung zu finden, wobei sie ggf. Unterstützung durch die Erwachsenen erhalten.